Kolumne | Von Nähe und Freiheit
Nähe und Freiheit – zwei Worte, die sich manchmal zu widersprechen scheinen.
Und doch gehören sie zusammen, wie Sommer und Wind. Ich erlebe es oft in
Gesprächen mit Trauernden: Wie schwer es ist, einen Menschen freizulassen,
ohne ihn zu verlieren. Wie stark die Verbindung bleibt – selbst, wenn die
gemeinsame Zeit vorbei ist.
Vielleicht ist Liebe genau das: nicht Besitz, sondern Vertrauen.
Nicht Festhalten, sondern Dasein – auch über die sichtbare Grenze hinaus,
sich weiterhin fühlen.
Ich denke an einen Satz, den mir einmal jemand sagte:
„Manchmal spüre ich ihn noch ganz nah, obwohl er ja längst gegangen ist.”
Solche Momente zeigen, dass Nähe nicht an Orte und Zeit gebunden ist.
Sie wohnt in uns – im Herzen, in Erinnerungen, in Gesten, die bleiben.
Und Freiheit?
Freiheit ist vielleicht, diese Nähe nicht krampfhaft festzuhalten, sondern
sie fließen zu lassen. So, wie der Sommerwind durchs offene Fenster
streicht – spürbar, aber nicht greifbar.
Vielleicht öffnen Sie heute einfach ein Fenster. Lassen Sie frische Luft
hinein – und mit ihr den Gedanken, dass Liebe immer bleiben darf.
Frei – und doch ganz nah.
Herzlichst Ihr Kai Rohlfes | 04.04.2026
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Quelle: Rohde + Rohlfes Bestattungen