Kolumne | Über das Beginnen nach dem Ende

Der Jahresbeginn fühlt sich oft an wie ein leeres Blatt. Man schaut
zurück – auf das, was war – und spürt zugleich diese leise Sehnsucht
nach Neubeginn. Und doch liegt häufig zwischen beidem ein stilles Tal.

Wer einen geliebten Menschen verloren hat, weiß und spürt, dass Anfang
und Ende keine klaren Grenzen haben. Man kann nicht einfach so „neu starten”.
Es braucht vor allem Zeit, auch Mut und großes Vertrauen, dass das Leben
uns wieder tragen wird.

Ich denke oft an Menschen, die ich begleiten durfte – und daran, wie
unterschiedlich jeder Weg nach dem Abschied aussieht.

Manche finden Trost im Tun.
Andere in der Stille.
Und viele irgendwo dazwischen.

Vielleicht geht es gar nicht darum, sofort stark zu sein, sondern darum,
sanft weiterzugehen – Schritt für Schritt, mit dem, was geblieben ist.
Mit Erinnerungen, die Halt geben. Und mit dem Wissen, dass jeder Tag
ein kleines Stück Heilung und Zukunft in sich trägt.

Neubeginn bedeutet nicht, alles hinter sich zu lassen – sondern mit
dem Herzen weiterzugehen.

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, einen kleinen Anfang
zu wagen – einen Spaziergang im Park oder Wald zu machen, vielleicht
ein paar Schritte davon barfuß zu machen, wie als Kind, eine Kerze zu
entzünden oder einfach einen tiefen Atemzug zu nehmen, der sagt:

„Ja, ich lebe“.

Herzlichst Ihr Kai Rohlfes   |   14.02.2026

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Quelle: Rohde + Rohlfes Bestattungen

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