Kolumne | Stille Orte

Es gibt Orte, die sind still – und doch voller Leben. Ein Friedhof im Sommer,
ein schattiger Baum im Wald, ein Gartenweg am frühen Morgen. Dort, wo
das Rascheln der Blätter lauter ist als jedes Wort.

Ich mag solche Orte. Sie laden ein, stehenzubleiben und im Moment
anzukommen. Einmal nicht zu müssen, sondern einfach nur zu sein.

Viele Menschen erzählen mir, dass sie auf „ihrem“ Friedhof einen
besonderen Platz haben.

Eine Bank – ein Grab – einen Baum, unter dem sie sich nah fühlen.
Es ist, als würde dort etwas sprechen, ohne Worte.

Vielleicht brauchen wir solche stillen Orte, um das Leben zu verstehen.
Sie erinnern uns daran, dass Ruhe kein Stillstand ist, sondern eine Form
von Tiefe und Entwicklung. Dass wir nicht weglaufen und uns ablenken
müssen, um uns zu spüren.

Und manchmal, wenn man lange genug bleibt, verändert sich sogar etwas
oder man bekommt eine Antwort. Nicht außen, sondern innen. Ein bisschen
Frieden. Ein leises Einverstanden-Sein mit dem, was war – und mit dem, was ist.

Vielleicht setzen Sie sich in den nächsten Tagen einmal bewusst an einen
stillen Ort. Auf eine Bank, an einen Baum oder einfach auf die Wiese.
Ohne Musik – ohne Ablenkung.

Nur Sie – und das Leben, das weiteratmet.

Herzlichst Ihr Kai Rohlfes   |   06.06.2026

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Kolumne | Stille Orte - 06.06.2026.png

Quelle: Rohde + Rohlfes Bestattungen

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